Harald Schneider

Buchbesprechung zu Bernhard Altermatt: «Sprache und Politik – Zweisprachigkeit und Geschichte»

Thesen

  • Altermatt bietet eine genaue historische Aufarbeitung der Geschichte der Mehrsprachigkeit in der Region Freiburg und in der Schweiz.
  • Vergleiche zum Umgang mit Mehrsprachigkeit zwischen verschiedenen Ländern und Kantonen können auch aus bündnerischer Sicht neue Erkenntnisse bringen.
  • Die Schweiz und auch der Kanton Graubünden taugen nur bedingt als Vorbild im Umgang mit Mehrsprachigkeit.
  • Immersionsunterricht kann ein wichtiges Instrument sein zur Erhaltung und Förderung der Mehrsprachigkeit, ist aber kein Allheilmittel.
  • In der Schweiz herrscht eine latente Germansierungsangst. 

 

Bernhard Altermatt, Sprache und Politik – Zweisprachigkeit und Geschichte. Die Schweiz als mehrsprachiger Bundesstaat und der zweisprachige Kanton Freiburg vom 19. ins 21. Jahrhundert, Freiburg: Kultur Natur Deutschfreiburg, 2018, 375 Seiten.

 

Die Stärken der vorliegenden Publikation sind interessante Fragestellungen, die übersichtliche Struktur, die gewissenhafte und kompetente historische Aufarbeitung sowie die klare Sprache. Der Leser wird ohne Umschweife auf die Kern-Thematik hingeführt. Der Autor macht keinen Hehl aus seiner Motivation bzw. Überzeugung. Altermatt ist Proponent der Deutschfreiburger und als solcher an einer soliden Beschreibung und Aufarbeitung der zentralen Fragestellung – Benachteiligung der (deutschsprachigen) Sprachminorität im Kanton Freiburg – intrinsisch interessiert. Der rote Faden des Buches lässt sich wie folgt definieren: Die Bestrebungen der Deutschfreiburger nach sprachpolitischer Anerkennung der Zweisprachigkeit im Spannungsfeld von (dominanter) Frankophonie und Germanisierungsangst. Dies wird konsequent und überzeugend verfolgt. Die Lektüre des vorliegenden Buches ist ein grosser Gewinn. Altermatts Publikation ist ein wichtiger Beitrag zur Zweisprachigkeit im Kanton Freiburg. Diese Wertschätzung wird auch durch die in der ausführlichen Besprechung dargestellten Kritikpunkte nicht getrübt.