Harald Schneider

Englisch im Spannungsfeld der Mehrsprachigkeit in der Schweiz und Graubünden

  • Welche Auswirkungen hat die Fremdsprache Englisch für die Bündner Kantonssprachen?
  • Wie beeinflusst Englisch die Schweizer Mehrsprachigkeit?
  • Ist Englisch – als Lingua Franca – eine Form von kulturellem bzw. linguistischem Imperialismus?
  • Welche Befindlichkeiten sind an die Fremdsprache Englisch geknüpft?
  • Welche Konsequenzen ergeben sich durch die Implementierung von Englisch als (Hoch-) Schulsprache?

Der vorliegende Artikel geht diesen Fragen im Rahmen einer empirischen Erhebung nach. Die zentrale Frage ist: Inwieweit beeinflusst die Fremdsprache Englisch die Mehrsprachigkeit im Kanton Graubünden, bzw. den «Sprachfrieden in Graubünden»? Dazu wird zunächst in einem kurzen historischen Abriss der Entwicklung von Fremdsprachen als Lingua Franca im Allgemeinen und von Englisch im Besonderen Rechnung getragen.

Daran anschliessend wird die Position von Englisch als Fremdsprache in Schule und Gesellschaft, insbesondere vor dem Hintergrund der speziellen Rahmenbedingungen der Schweizer Bildungslandschaft untersucht. Dazu werden analoge Beispiele aus Ländern mit vergleichbaren Voraussetzungen (Luxemburg, Italien) erläutert.

Die Stellung von Englisch (Early English, English Only, etc.) im curricularen Fächerkanon, auch im Lichte der überbordenden Dominanz von Sprachzertifikaten an Schulen und Hochschulen wird kritisch hinterfragt. Ob Englisch – als Lingua Franca – eine Form sprachlicher und damit kultureller McDonaldisierung mit sich bringt und welche Auswirkungen auf andere Sprachen dabei zu beobachten sind, wird im Rahmen besagter empirischer Erhebung versucht zu beantworten. Der vorliegende Aufsatz verfolgt dabei das Ziel eines Befundes und kommentiert nicht aktuelle sprachpolitische Entwicklungen.