Lehrstuhl IMD PHGR, Studierende des zweiten Jahres an der PHGR

Eine andere Sprache ist eine andere Sicht auf das Leben. Incontro con la presidente del consiglio nazionale

Ein stark diskutiertes Thema ist die Bedeutung der Sprachenvielfalt in der Schweiz. Die Pädagogische Hochschule Graubünden hat sich in einem Treffen mit der Nationalratspräsidentin und neu gewählten Ständerätin Marina Carobbio Guscetti dieser Thematik angenommen und eine theoriebasierte und mehrsprachige Debatte geführt.

 

Am Dienstag, 26.11.2019 fand an der Pädagogischen Hochschule Graubünden die Sprachendebatte zur Bedeutung der Sprachenvielfalt in der Schweiz statt. Organisiert wurde die Veranstaltung gemeinsam mit den Studierenden des Ausbildungsganges Primarschule im ersten Ausbildungsjahr.

Im Zentrum der Veranstaltung standen die folgenden drei Aspekte:

 

1. Die Frage nach dem Frühbeginn des Fremdsprachenunterrichts

Ist es sinnvoll, den Fremdsprachunterricht möglichst früh anzusetzen, schon ab der 3. Klasse wie in Graubünden oder noch früher, ab dem Kindergarten oder der 1. oder 2. Klasse, wie in anderen Ländern und zum Teil auch in anderen Kantonen der Schweiz (ZH: Englisch ab der 2. Klasse)?

 

2. Die Anzahl der zu unterrichtenden Sprachen in der Primarschule

Ist es sinnvoll, zwei Fremdsprachen an der Primarschule zu unterrichten? Können das die Kinder meistern oder bedeutet es für sie eine Überforderung?

 

3. Die Frage der Sprachenfolge (Landessprachen vor Englisch oder umgekehrt)

Ist die Reihenfolge "zuerst eine Landes- bzw. Kantonssprache (in GR Italienisch ab der 3. Klasse) und dann Englisch (in GR ab der 5. Klasse)" gerechtfertigt oder müsste man wie in anderen Kantonen mit Englisch beginnen?

 

Die Studierenden haben sich mit diesen Fragestellungen auseinandergesetzt und sich theoriebasiert auf die Debatte vorbereitet. Passend zum Thema der Veranstaltung wurde die Debatte selbstverständlich auf Deutsch, Italienisch und Romanisch geführt. Anhand fiktiver Personen und deren Einstellung zu den besprochenen Themen haben die Studierenden die unterschiedlichen Ansichten und Meinungen zur Sprachendiskussion auf lokaler und nationaler Ebene aufgezeigt. Um die Meinungen auf lokaler Ebene widerspiegeln zu können, wurden Interviews mit verschiedenen Anspruchsgruppen durchgeführt und in der Vorbereitung der Debatte mitberücksichtigt.

Diskutiert wurde über die Überforderung der Kinder in der Primarschule, die Lernfähigkeit der Kinder in jungen Jahren, die Vorteile des Fremdsprachenlernens und die Frage über den idealen Zeitpunkt für den Beginn des Fremdsprachenunterrichts. 

 

1. Frühbeginn des Fremdsprachenunterrichts – Inizio dell’apprendimento delle lingue straniere in età precoce – Entschatta Tempriva

 

Ist es sinnvoll, den Fremdsprachunterricht möglichst früh anzusetzen, schon ab der 3. Klasse wie in Graubünden oder noch früher, ab dem Kindergarten oder der 1. oder 2. Klasse, wie in anderen Ländern und zum Teil auch in anderen Kantonen der Schweiz (ZH Englisch ab der 2. Klasse)?

 

In einem viersprachigen Land wie der Schweiz hat der Fremdsprachenunterricht in der Schule einen hohen Stellenwert. Daher wird das Thema häufig und umstritten diskutiert.

Laut der Broschüre der EDK Ich lerne Sprachen soll das Fremdsprachenlernen spätestens in der Primarschule beginnen (EDK, 2013). In den 1990er-Jahren kam der Wunsch nach einer Regelung des Fremdsprachenunterrichts auf, dieser hat im Jahr 2004 einen Sprachenkompromiss nach sich gezogen (Scherrer, 2015). Gemäss der Sprachenstrategie wird die erste Fremdsprache spätestens ab dem 5. Jahr der obligatorischen Schule und die zweite spätestens ab dem 7. Jahr unterrichtet (EDK, 2018).

Im Kanton Graubünden als dreisprachiger Kanton ist die Mehrsprachigkeit von grosser Bedeutung. „Diese Dreisprachigkeit prägt auch das Sprachenangebot der Bündner Volksschule“ (Graubünden, 2019). In den deutschsprachigen Schulen Graubündens wird Italienisch beziehungsweise Romanisch als erste Fremdsprache unterrichtet. In den italienisch- und romanischsprachigen Schulen wird Deutsch als erste Fremdsprache unterrichtet. Ab der 5. Klasse der Primarschule wird Englisch als zweite Fremdsprache unterrichtet.

 

È sensato introdurre l'apprendimento di lingue straniere il più presto possibile, già a partire dalla terza classe come nei Grigioni o ancora prima, a partire dalla scuola dell'infanzia o dalla 1a-2a classe, come in altre nazioni o in parte anche in altri cantoni della Svizzera (ZH: inglese dalla 2a classe)?

 

In un paese con quattro lingue nazionali come la Svizzera, un tema particolarmente discusso sono le lingue straniere da insegnare a scuola. Nel 2004 venne deciso che la prima lingua straniera andasse studiata a partire dal 5° anno di scuola obbligatoria e che la seconda lingua straniera venisse insegnata a partire dal settimo. Nel canton Grigioni, il quale è caratterizzato dalla presenza di tre lingue regionali, il plurilinguismo ha un enorme valore. Nelle scuole di lingua tedesca del cantone, viene insegnato l’italiano o il romancio come prima lingua straniera, mentre nelle scuole di prima lingua romancia o italiana viene insegnato il tedesco come prima lingua straniera. A partire dalla quinta classe della scuola elementare l’inglese viene insegnato come seconda lingua straniera.

 

2. Anzahl Fremdsprachen – Numero delle lingue straniere – Domber da linguas estras

 

Ist es sinnvoll, zwei Fremdsprachen an der Primarschule zu unterrichten? Können das die Kinder meistern oder bedeutet es für sie eine Überforderung?

 

Als Pro-Argumente zu dieser Frage können folgende Punkte herangeführt werden: Kinder sind aufgrund ihres Entwicklungsstandes anderen Sprachen gegenüber offen, motiviert und unvoreingenommen. Sie teilen sich gerne mit, imitieren und reproduzieren gerne andere Sprachen und haben nicht zuletzt ein ausgesprochenes Interesse am Sprachhandeln. Besteht zwischen dem Beginn des Unterrichts in der ersten Fremdsprache und dem Beginn des Unterrichts in der zweiten Fremdsprache keine allzu grosse zeitliche Distanz und findet dieser Unterricht auf der gleichen Bildungsstufe – in diesem Fall Primarschulstufe – statt, können Vorteile beim Erwerb der Fremdsprachen aktiver genutzt werden, das heisst, die zweite Sprache wird effizienter gelernt. Zudem durchlaufen Kinder im Primarschulalter noch Entwicklungs- und Lernphasen, die für das Sprachenlernen wichtig sind. Sie können damit von Lernprozessen profitieren, die später nicht mehr in der gleichen Art möglich sind. L2-Kenntnisse können beim Entschlüsseln der L3 helfen. Man kennt den eigenen Vokabellernstil und kann auf bewusste Lernstrategien zurückgreifen. Ausserdem belegen wissenschaftliche Studien, dass die Landessprachen innerhalb der Schweiz wirtschaftlich von ebenso grosser Bedeutung sind wie Englisch. Die besten Chancen auf dem Arbeitsmarkt und den besten Lohn haben diejenigen, welche neben der Erstsprache eine zweite Landessprache und Englisch beherrschen. Mehrsprachigkeit garantiert auch später berufliche Mobilität, welche in der Regel zwischen Nachbarstaaten und Nachbarregionen gefragt ist. Die Kenntnis der jeweiligen Nachbarsprache ist in diesem Zusammenhang wesentlich. Eine mögliche Überforderung der Kinder hängt nicht primär mit der Anzahl Sprachen zusammen, sondern vielmehr mit der angewendeten Didaktik und den angestrebten Zielsetzungen. Gelingt es, die Prinzipien einer modernen Fremdsprachendidaktik umzusetzen, sollten die Kinder in der Regel nicht überfordert sein.

Ein Nachteil für das Erlernen zweier Fremdsprachen in der Primarschule wäre jedoch, dass die Kinder dadurch mehr Hausaufgaben hätten und somit weniger Freizeit und dies zu einer zusätzlichen Belastung führt.

 

È opportuno insegnare due lingue straniere alla scuola elementare? I bambini sono in grado di gestirlo o rappresenta una sfida per loro?

 

Come elementi a favore di questa domanda si potrebbe porre che, durante lo sviluppo, i bambini sono aperti, motivati e non prevenuti nell’apprendimento di una nuova lingua. Provano piacere a condividere e imitare altre lingue e hanno un particolare interesse nel maneggiare più lingue. Dall’introduzione della seconda lingua straniera (L2) fino al contatto con la terza lingua straniera (L3) non trascorre un’eccessiva quantità di tempo. Durante la scuola elementare, il bambino si trova in una fase dove le condizioni di sviluppo e apprendimento si evolvono in maniera tale, da essere ideali per l’apprendimento di una lingua. È infatti consigliato approfittare di questa situazione, poiché in futuro apprendere una lingua non avverrà con la stessa facilità. Stabilendo un contatto con delle lingue straniere già in età infantile, si favorisce un apprendimento di tutte le lingue successive più efficace; infatti le competenze sviluppate per l’acquisizione della L2 possono aiutare a decifrare la L3.

Alcuni studi affermano che le lingue nazionali hanno la stessa importanza dell’inglese in Svizzera. Infatti, le opportunità di lavoro si ampliano e aumenta il guadagno per coloro che conoscono una seconda lingua e anche l’inglese. Conoscere più lingue, significa anche avere maggiore mobilità nel paese, il che può essere un enorme vantaggio a livello lavorativo, in quanto spesso sono richiesti spostamenti tra cantoni adiacenti e talvolta, tra nazioni confinanti. La difficoltà per i bambini non dipende dal numero di lingue studiate, ma dalla modalità didattica dello svolgimento delle lezioni. Applicando i principi di una moderna didattica plurilinguista, il bambino non risulterà sovraccaricato dall’apprendimento delle lingue.

Uno svantaggio per coloro che studiano più di una lingua straniera durante la scuola elementare potrebbe essere quello di avere una maggiore quantità di compiti assegnati e, di conseguenza, minore spazio al tempo libero.

 

3. Reihenfolge der Fremdsprachen – Cronologia delle lingue straniere - Successiun da las linguas estras

 

Ist die Reihenfolge "zuerst eine Landes- bzw. Kantonssprache (in GR Italienisch ab der 3. Klasse) und dann Englisch (in GR ab der 5. Klasse)" gerechtfertigt oder müsste man wie in anderen Kantonen mit Englisch beginnen?

 

Folgende Sprachen werden in den jeweiligen Schulen Graubündens unterrichtet:

 

Deutschsprachige Schulen Graubündens:

  • Ab dem 3. Schuljahr Italienisch als 1. Fremdsprache;
  • Ab dem 5. Schuljahr Englisch als zusätzliche 2. Fremdsprache;
  • Ab dem 7. Schuljahr Französisch oder Romanisch fakultativ als 3. Fremdsprache möglich.

Romanischsprachige Schulen Graubündens:

  • Ab dem 3. Schuljahr Deutsch als 1. Fremdsprache;
  • Ab dem 5. Schuljahr Englisch als zusätzliche 2. Fremdsprache;
  • Ab dem 7. Schuljahr Italienisch oder Französisch fakultativ als 3. Fremdsprache möglich.
  • Gleiche Reihenfolge der Fremdsprachen in den italienischsprachigen Schulen Graubündens, wo Französisch oder Romanisch ab dem 7. Schuljahr fakultativ als 3. Fremdsprache gewählt werden können.

Deutschsprachige Schulen in den Grenzregionen Graubündens:

  • Ab dem 1. Schuljahr Deutsch als Schulsprache und Romanisch als 1. Fremdsprache;
  • Ab dem 5. Schuljahr Englisch als zusätzliche 2. Fremdsprache.
  • Ab dem 7. Schuljahr Französisch oder Italienisch als 3. Fremdsprache fakultativ möglich.

 

Die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) hat am 25. März 2004 unter anderem beschlossen, dass ein Grundsatz zur Weiterentwicklung des Sprachenunterrichts mindestens zwei Fremdsprachen bis zum 5. Schuljahr eingesetzt werden müssen, wovon mindestens eine Landsprache. Dies vor allem unter Berücksichtigung von kulturellen Aspekten.

 

Für Italienisch als 1. Fremdsprache ab dem 3. Schuljahr spricht die Erhaltung der Sprachkultur Graubündens als einzigen Kanton mit drei Landessprachen. Ebenso eine Befürwortung kann die geografische Nähe zu den weiteren italienischsprachigen Landesteilen unseres Landes sein. Ein Kontra-Argument ist, dass in vielen Unterrichtsfächern Englisch benötigt wird (beispielsweise im Fach MINT) und durch den frühen Englischunterricht die englischen Fachbegriffe den Kindern früh geläufig werden.

 

Die Reihenfolge zu ändern und Englisch vor Italienisch zu stellen, wäre aus didaktischen Überlegungen ungeschickt. Es kann angenommen werden, dass die Motivation zum Erlernen weiterer Fremdsprachen drastisch sinkt, wenn mit Englisch begonnen wird. Dies kann damit zusammenhängen, dass man sich mit Englischkenntnissen (fast) auf der ganzen Welt verständigen kann, mit jeder anderen Sprache jedoch nicht.

 

Da die Schweiz ein mehrsprachiges und multikulturelles Land ist, muss man klar für die Einführung einer Landessprache vor dem Englischen plädieren, dies vor allem in den Sprachgrenzkantonen, so insbesondere im Kanton Graubünden. Es gibt aber auch andere, stichhaltige Gründe für diesen Entscheid, und zwar aus kulturellen, politischen, wirtschaftlichen, institutionellen und lernpsychologischen Überlegungen:

  • Die Bundesverfassung fordert Bund und Kantone dazu auf, die Annäherung und das Verständnis zwischen den verschiedenen Sprachregionen zu fördern. Dieser Auftrag wird mit der Früheinführung des Englischen nicht erfüllt. Mehrsprachigkeit und Multikulturalität sind wichtige Bestandteile der schweizerischen Identität. Die Einführung einer Nicht-Landessprache als erster Fremdsprache steht im Widerspruch zum schweizerischen Selbstverständnis.
  • Die Bedeutung der vier Landessprachen soll erhalten bleiben.
  • Studien belegen, dass die Landessprachen innerhalb der Schweiz wirtschaftlich von ebenso grosser Bedeutung sind wie Englisch. Die besten Chancen auf einen guten Lohn haben diejenigen, welche neben der Erstsprache eine zweite Landessprache und Englisch beherrschen.
  • Mehrsprachigkeit garantiert Mobilität innerhalb der Schweiz.
  • Die Kosten für die Einführung eines früheren Unterrichts in der Landessprache sind geringer als bei einer Umstellung auf das Englische als erste Fremdsprache.
  • In der Regel sind jüngere Kinder sehr motiviert, Fremdsprachen zu lernen. Sie nehmen mit Freude am Unterricht teil und erwerben so ihre ersten Fremdsprachenkenntnisse, unabhängig davon, um welche Sprache es sich handelt. Für ältere Kinder hingegen übt das Englische eine grosse Attraktion aus. Beginnen die Schülerinnen und Schüler mit der scheinbar leichten Sprache Englisch ist die Motivation, die scheinbar schwierigere französische oder italienische Sprache zu lernen in fortgeschrittenen Lernalter nicht mehr im gleichen Masse gegeben. Lernpsychologisch gesehen, ist es deshalb günstiger, Französisch oder Italienisch als erste, Englisch als zweite Fremdsprache anzubieten.

Will Graubünden auch in Zukunft für die Dreisprachigkeit einstehen, muss weiterhin Italienisch als erste Fremdsprache in den deutschsprachigen Teilen des Kantons unterrichtet werden. Die Wissensaneignung der englischen Sprache ist auch gewährleistet, wenn dies ab der 5. Primarstufe geschieht.

 

La successione delle lingue prima una lingua nazionale risp. Una lingua cantonale (nei GR italiano dalla 3a elementare) e poi inglese (nei GR a partire dalla 5a elementare) è giustificata o si dovrebbe cominciare con l’inglese, come in altri cantoni?

 

Le seguenti lingue vengono insegnante nelle diverse scuole grigionesi:

 

Scuole nella regione tedescofona dei Grigioni:

  • A partire dalla 3a elementare italiano come prima lingua straniera
  • A partire dalla 5a elementare inglese come seconda lingua straniera
  • A partire dal 7° anno scolastico, possibilità di prendere francese o romancio come lingua straniera facoltativa

Scuole nella regione romanciofona dei Grigioni:

  • A partire dalla terza elementare tedesco come prima lingua straniera
  • A partire dalla quinta elementare inglese come seconda lingua straniera
  • A partire dal 7° anno scolastico, possibilità di prendere italiano o francese come terza lingua straniera facoltativa
  • Stessa cronologia delle lingue straniere nelle scuole italofone del Grigioni, dove francese o romancio a partire dal 7° possono essere scelti in modo facoltativo.

Scuole tedescofone nelle regioni confinanti ai Grigioni

  • A partire dal primo anno scolastico tedesco come lingua di scolarizzazione e romanciofoni come prima lingua straniera
  • A partire dal quinto anno scolastico inglese come seconda lingua straniera
  • A partire dal 7° anno possibilità di prendere francese o italiano come terza lingua straniera facoltativa.

 

Il 25 marzo 2004 la Conferenza svizzera dei direttori cantonali della pubblica educazione (CDPE) ha deciso, tra l'altro, che un principio per l'ulteriore sviluppo dell'insegnamento delle lingue deve comprendere almeno due lingue straniere entro il 5° anno scolastico, di cui almeno una deve essere una lingua nazionale. Ciò deve essere fatto soprattutto tenendo conto degli aspetti culturali.

 

Il mantenimento della cultura linguistica dei Grigioni come unico cantone con tre lingue nazionali parla a favore dell'italiano come prima lingua straniera a partire dal 3° anno scolastico. Anche la vicinanza geografica con le altre zone di lingua italiana del nostro paese può essere un punto di riferimento. Una contro-argomentazione è che l'inglese è richiesto in molte materie scolastiche (per esempio, MINT) e che le lezioni di inglese in età precoce rendono i termini inglesi familiari ai bambini. Cambiare l'ordine e anteporre l'inglese all'italiano sarebbe per motivi didattici poco sensato. Si può supporre che la motivazione ad imparare altre lingue straniere diminuisca drasticamente quando si inizia con l'inglese. Ciò può essere legato al fatto che l'inglese è (quasi) l'unica lingua che può essere usata per comunicare in tutto il mondo, ciò non è possibile con qualsiasi altra lingua.

 

Poiché la Svizzera è un Paese multilingue e multiculturale, si deve chiaramente sostenere l'introduzione di una lingua nazionale prima dell'inglese, soprattutto nei cantoni di confine linguistico, soprattutto nel cantone dei Grigioni. Ma ci sono anche altre valide ragioni per questa decisione, per motivi culturali, politici, economici, istituzionali e psicologici:

  • La Costituzione federale invita la Confederazione e i Cantoni a promuovere il ravvicinamento e la comprensione tra le diverse regioni linguistiche. La precoce introduzione dell'inglese non soddisfa questo mandato. Il plurilinguismo e la multiculturalità sono componenti importanti dell'identità svizzera. L'introduzione di una lingua non nazionale come prima lingua straniera non riflette l’immagine che la Svizzera ha di sé.
  • L'importanza delle quattro lingue nazionali deve essere mantenuta.
  • Gli studi dimostrano che le lingue nazionali in Svizzera sono economicamente importanti quanto l'inglese. Le migliori possibilità di guadagnare un buon stipendio sono per coloro che parlano una seconda lingua nazionale e l'inglese oltre alla prima lingua.
  • Il plurilinguismo garantisce la mobilità in Svizzera.
  • Il costo dell'introduzione di una lingua nazionale nei primi anni d’istruzione è inferiore rispetto a quello che necessario per il passaggio all'inglese come prima lingua straniera.
  • Di norma, i bambini più piccoli sono molto motivati ad imparare le lingue straniere. Si divertono a partecipare alle lezioni e acquisiscono così la loro prima conoscenza della lingua straniera, indipendentemente da quale lingua imparano. Per gli alunni più grandi, invece, l'inglese è una grande attrazione. Se gli alunni iniziano con l'inglese, apparentemente facile, la motivazione ad imparare la lingua francese o italiana, apparentemente più difficile, non è più data nella stessa misura in età avanzata. Da un punto di vista psicologico è quindi più vantaggioso offrire il francese o l'italiano come prima lingua straniera e l'inglese come seconda lingua.

Se i Grigioni vogliono continuare a difendere il trilinguismo anche in futuro, l'italiano deve continuare ad essere insegnato come prima lingua straniera nelle zone di lingua tedesca del cantone. L'acquisizione della conoscenza della lingua inglese è garantita anche se questa viene effettuata a partire dal 5° livello primario.

 

EDK (2013). Ich lerne Sprachen, Eine Informationsbroschüre zum Lernen von zwei Fremdsprachen ab der Primarschule. Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK).

EDK (2018). edudoc.educa. edudoc.educa.ch/static/web/arbeiten/sprach_unterr/fktbl_sprachen_d.pdf. Abgerufen am 05.11.2019.

Kanton Graubünden (2019). Amt für Volksschule und Sport. www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/ekud/avs/Schulbetrieb/sprachen/Seiten/default.aspx. Abgerufen am 01.11.2019.

Scherrer, C. (13. Mai 2015). SRF. www.srf.ch/news/wahlen-15/wahlen15-politbox/so-laeuft-der-unterricht-von-fremdsprachen-in-der-schweiz. Abgerufen am 01.11.2019.

Todisco, V. (2012). Die Bündner Sprachendebatte im Lichte der Mehrsprachigkeitsdidaktik.

www.sprachenunterricht.ch